Hauptsymptome bei Depressionen sind:
Verlust von Interesse und Freude:
Es handelt sich hierbei um die stark verminderte oder sogar völlig erloschene Befähigung, sich an wichtigen Dingen des Alltags zu erfreuen oder daran teilzunehmen. Dieses kann sich auf das gesamte soziale Umfeld, Familie, Freunde oder den Beruf erstrecken, aber auch das Interesse an Hobbies, Sport oder sexuellen Aktivitäten betreffen.
Depressive Stimmung:
Die depressive Stimmung lässt sich am besten mit innere Leere erklären. Es stellen sich Situationen ein, in denen das Gefühl der Verzweiflung aus heiterem Himmel (aus Sicht eines Außenstehenden grundlos) überwiegen.
Verminderung des Antriebs:
Darunter wird die Kraft verstanden, die uns ein zielgerichtetes Verhalten erlaubt, die Tatkraft für unser tägliches Leben. Ist der Antrieb vermindert, stellt sich das Gefühl der Kraftlosigkeit ein. Die Motivation zur Durchführung selbst einfacher Alltagsaktivitäten wie Führen des Haushalts, Kochen oder gar Essen bis hin zur Körperpflege ist abhanden gekommen, die Antriebslosigkeit wirkt wie eine tonnenschwere Last, die jede Bewegung ausbremst.
Zusatzsymptome
Mangelndes Selbstwertgefühl:
Ein depressiv erkrankter Mensch erlebt nicht nur seine Umgebung dunkel und grau, er sieht sich häufig auch selbst durch die negative Brille. Er empfindet sich als wertlos und oft als Belastung für sein Umfeld.
Lebensüberdruss, Selbsttötung (Suizidgefahr):
Wenn die quälenden Gedanken der Sinnlosigkeit und der inneren Leere einen immer größer werdenden Raum einnehmen, kann sich das Gefühl ausbreiten. Oft erscheint der eigene Tod als einziger Weg aus dem Tal der dunklen Gefühle. An die Gleichgültigkeit des eigenen Lebens/Seins können sich konkrete Gedanken zur Durchführung einer Selbsttötung anschließen und werden als Erlösung von der Qual angesehen. Von den ersten Gedanken an den Freitod bis zum Selbsttötungsversuch können in Einzelfällen nur wenige Stunden vergehen.
Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit:
Einhergehend mit mangelnden Selbstwertgefühlen neigen depressive dazu, sich Fehler und Versäumnisse vorzuwerfen und sich dafür verantwortlich zu fühlen.
Pessimistische Zukunftsperspektive:
Entsprechend der negativen Selbstsicht, die der depressive hat, sieht er seine Zukunft als hoffnungs- und aussichtslos. Jeder neue Tag wird als weitere Belastung erlebt, dazu können sich Ängste vor allem und jedem gesellen.
Konzentrationsstörungen:
Häufig fällt es schwer, mit den Gedanken bei einer Tätigkeit oder einer Aufgabe zu bleiben.
Schlafstörungen:
Zu den häufigsten Symptomen einer Depression gehören Nichtein- oder -durchschlafen können. Morgendliches Früherwachen zwischen 3 und 5 Uhr und vor lauter Gedankenkreisen und Grübeln nicht mehr einschlafen zu können, ist charakteristisch. Nach dem morgendlichen Aufstehen liegt keine erholsame Nacht hinter dem Depressiven, er fühlt sich schlapp, kraftlos und erschöpft. Trotz einer enormen Müdigkeit am Abend, kann sich diese Ein- und Durchschlafstörungen sowie frühmorgendliches Erwachen mit quälenden Grübeleien Nacht für Nacht wiederholen.
Gewichtsverluste treten relativ häufig bei depressiven auf und sind das Resultat aus mangelndem Appetit. Das Essen schmeckt einfach nicht mehr und der Erkrankte muss sich regelrecht zum
Essen zwingen.
Weitere Symptome
Körperliche Symptome:
Oft versteckt sich eine Depression hinter einer Vielzahl von körperlichen Symptomen und entsprechend schwierig gestaltet sich die Diagnose. Häufigste Merkmale sind Spannungs- und Druckgefühle oder Schmerzen im Kopf oder der Herzgegend, Nacken- und Rückenschmerzen, Probleme im Magen-Darmtrakt mit Erbrechen, Verstopfung oder Durchfall, Atemstörungen, Schluckstörungen, Menstruationsprobleme.
Libidoverlust:
Ein nachlassendes Interesse an Sexualität und eine Beeinträchtigung der sexuellen Funktionen belasten viele depressive zusätzlich und verstärken ihr mangelndes Selbstwertgefühl. Zu den sexuellen Beeinträchtigungen gehören der Mangel, überhaupt noch Lust zu empfinden, aber auch Erektionsstörungen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.
Unruhe und Getriebenheit:
Depressionen können sich nicht nur im Sinne einer "Hemmung" äußern. Im gegenteiligen Fall sind die Patienten von quälender Unruhe getrieben, sind schreckhaft und übererregt. Das Gefühl der inneren Unruhe lässt sich manchen Menschen wie einen Luftballon fühlen, der kurz vorm Platzen steht.

